Stellungnahme zum Bürgerentscheid BUGA 2023

von Gunther Mair

Für den 22.9.13 werden die Mannheimer Bürger aufgefordert, über die BUGA 2023 mit einer Einbeziehung der Feudenheimer Au abzustimmen.

Die Abstimmungsfrage wird lauten: "Soll Mannheim zur nachhaltigen Entwicklung eines Grünzugs Nordost im Jahr 2023 eine Bundesgartenschau durchführen, die überwiegend auf dem Gelände der ehemaligen Spinelli-Kaserne und unter Einbeziehung einer maximal 16 Hektar großen Teilfläche der Feudenheimer Au unter Beibehaltung ihres Status als Landschaftsschutzgebiet stattfindet?"

Mit Blick auf die für die Stadtentwicklung als übergeordnet erachtete Grünzuggestaltung (mit Klimafunktion) und unter Berücksichtigung der vorliegenden Informationen zur BUGA-Bewerbung mit "Konzeptstudie" stellt der NABU, unabhängig von der Frage nach der ökonomischen Sinnhaftigkeit, die folgenden Forderungen:

1. Keine ökologische Abwertung des Landschaftsschutzgebietes Feudenheimer Au, d. h.   z. B. kein Grundwassersee, wie er der aktuellen Konzeptstudie entspricht, und kein Fällen von Bäumen. Eine behutsame Aufwertung, z. B. durch ganzjährig wasserführende oder trockenfallende Tümpel oder durch ökologischen Landbau ist hingegen - auch langfristig - denkbar und wünschenswert.

2. Bei der städtebaulichen Entwicklung des Spinelliareals im Rahmen der Konversion ist die Entwicklung des Grünzuges (Klimaschneise) zu priorisieren. Dies bedeutet eine Einhaltung der klimarelevanten Breite unbebauten Geländes von 500-600 m. Die notwendigen Entsiegelungen sind vorzunehmen, und Bebauungen und neue Versiegelungen sind diesem Ziel unterzuordnen.

3. Bei der Gestaltung des Grünzugabschnittes Spinelli ist auf die ökologischen Gegebenheiten (Boden, Mikroklima, Flora und Fauna) Rücksicht zu nehmen, indem auf einem signifikanten Teil des Geländes eine ungestörte Entwicklung z. B. von Trockenrasen oder bodentypischen Gehölzen ermöglicht wird.

4. Kein Betreten oder Überbrücken des Naturschutzgebietes Maulbeerinsel.

5. Keine weitere Versiegelung im Sportparkbezirk Pfeifferswörth / Neckarplatt, da die Viertel im klimatisch relevanten Grünzug liegen.


Was bedeutet diese Position für die Abstimmung?

Solange die aktuelle Vorplanung besteht und unseren Forderungen nicht von den sich für die BUGA einsetzenden Parteien verbindlich zugestimmt wurde, lautet die Empfehlung, mit "Nein" zu stimmen.

Jeder Bürger sollte seine Wahl zudem davon abhängig machen, ob er es nicht vorzöge, wenn die Stadtverwaltung die Konversion und Grünzug-Gestaltung durch eine nachhaltige ökologische Aufwertung begleiten würde, ohne den Umweg über eine BUGA und die damit verbundenen Mehrkosten von Straßen, Tunneln, Brücken, temporären Blumenrabatten usw., die ausschließlich für eine BUGA erforderlich sind.

Zurück