Buga II: Position des NABU nach dem Bürgerentscheid

von NabuAdmin

Bürgerpark Feudenheim

Position des NABU Mannheim nach dem Bürgerentscheid zur Buga 2023

Die erforderlichen Gutachten insbesondere zum Klima (erforderliche Breite der Frischluftschneise), zur Verkehrsinfrastruktur (ÖPNV für die Buga, Straße am Aubuckel), zur baulichen Planung (Spinelli-Gelände) sowie eine Biotopkartierung von Feudenheimer Au und Spinelli liegen zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht vor.
Die folgenden Forderungen können deshalb nur wegweisenden Charakter haben.

Feudenheimer Au
1. Verzicht auf Grundwassersee.
2. Statt dessen ein oder mehrere Kleingewässer / temporäre Gewässer. Diese sind so anzulegen, dass sie spätestens nach der Buga zum wesentlichen Teil ungestörte Rückzugsmöglichkeiten für die Fauna sind und niedrige Instandhaltungskosten aufweisen (z. B. durch Vermeidung des Eintrags wachstumsfördernder Chemikalien wie Phosphat). Zum Amphibienschutz sind Gewässer fischfrei zu gestalten.
3. Aufwertung der Au durch weitere Randstreifen/Gehölze mit Biotopcharakter
4. Erweiterung der Streuobstwiesen
5. Ökologische Aufwertung des Ackerbaus in Richtung "Landwirtschaft mit hohem Naturwert" (Begriffserläuterung s. Anhang)
6. Schonende und reversible Bebauung (Infrastruktur) nur für die Zeit der Buga, die danach kostengünstig wieder zurückgebaut werden kann.
7. Kein Fällen von Bäumen.
8. Keine Straßenverlegung "Am Aubuckel"; statt dessen temporäre Stillegung für die Zeit der Buga.
9. Erhalt der "Alten Gärtnerei" als Biotop und gesellschaftliches und historisches Gut.

Spinelli-Gelände
10. Priorisierung der Klimaschneise in Breite und Ausführung. Eine Mindestbreite von 600 m ist einzuhalten. Deren heutigen Engstelle zwischen Rott und Gewerbegebiet Talstrasse (Abstand ca. 400 m) ist durch Verlegung des Gewerbegebietes zu begegnen.
11. Im klimaschneisenrelevanten Bereich (darunter auch das sogenannte "Arbeitshof"-Areal mit Ausnahme der bauhistorisch erhaltenswerten Gebäude selbst, sowie die Kasernengebäude östlich davon) ist eine vollständige Entsiegelung vorzunehmen. Die Nutzung ist klimatechnisch zu optimieren (Wiese, Büsche, Bäume; keine großen Gewässer; nur (auf Dauer, nach der Buga) die zur Entwicklung notwendigen Wegequerungen (Rad/Fußwege).
12. Bei der Bepflanzung sind ortstypische Flora und Fauna / Boden zu berücksichtigen und naturschutzwirksam weiterzuentwickeln. Speziell kann das Sandrasenbiotop genannt werden.
Auch hier ist auf niedrige Pflegekosten zu achten (analog z. B. dem Bürgerpark Feudenheim)

Anbindung Luisenpark
13. Keine neue Brücke und keinen Buga-spezifischen Zugang zum NSG Maulbeerinsel. Statt dessen kann die Überquerung der Feudenheimer Schleuse genutzt werden.
14. Stärkere Nutzung des Luisenparks für Buga-"Blumenbeete" und Buga-Events (Hallen usw.), dafür weitestgehende Freihaltung der Au von temporär genutzten Flächen.

Weitere Grünzug- / Klimaschneisenaspekte
15. Keine weitere Versiegelung in Pfeifferswörth, wenn möglich, eher Rückbau.
16. Es wird empfohlen, über eine Osterweiterung des Luisenparks nachzudenken. Dies würde die Klimaschneise Nordost unterstützen, die Anbindung für die Buga erleichtern und wäre eine Maßnahme der nachhaltigen Stadtentwicklung.


Anhang
zu 5: "Landwirtschaft mit hohem Naturwert" (High Nature Value [HNV] Farming) ist ein Begriff aus den EU-Richtlinien zur Agrarpolitik. Darunter fallen halbnatürliche Wiesen und Weiden (die beweidet oder ein- bis zweimal jährlich geschnitten werden), extensiv bewirtschaftete Ackerflächen (Einsatz weniger oder keiner Agrochemikalien,
Blühstreifen, Brachland der Mehrfelderwirtschaft u.ä.), sowie Landschaftselemente wie Hecken, Steinwälle, Streuobstwiesen, Einzelbäume oder -Haine, Tümpel oder Sumpfflächen.
zu 8: Der Erhalt der Straße Am Aubuckel spart 10-20 Mio Euro.


Stand Oktober 2013

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