Fund-Igel bitte sofort in erfahrene Hände geben

von Alexandra Jöst-Handlos (Kommentare: 0)

Nach der Winterschlafphase hat nun wieder die Igel-Saison begonnen. Die stacheligen Gartenbewohner erwachen mitunter sehr geschwächt und manchmal auch krank und verletzt aus dem Winterschlaf. Viele haben sich bereits mit viel zu wenig Gewicht schlafen gelegt. Nun brauchen die meisten von ihnen umgehend medizinische Hilfe und eine flüssige Spezialnahrung. Igel leiden still. „Oft werden uns die Fund-Igel erst Tage nach dem Auffinden gebracht. Dann sind sie so geschwächt, dass jede Hilfe zu spät kommt“, berichtet Paul Hennze, Vorstand des NABU Mannheims.

„Um die geschwächten Tiere nach der langen Winterschlafphase optimal versorgen zu können, beherzigen Sie bitte unbedingt diese Hinweise“, appelliert der NABU Mannheim:

Bitte rufen Sie sofort oder nach der Erstversorgung die Igelhilfe-Hotline Mannheim unter 0176 63454636 (24 Stunden) an bzw. kontaktieren Sie eine Igelstation in Ihrer Nähe!

„Trotz ihrer Niedlichkeit bedenken Sie bitte: Igel gehören zu den gesetzlich besonders artengeschützten Wildtieren. Ein kranker oder hilfsbedürftiger Igel ist weder ein Haustier noch eine Attraktion für Kinder. Hilfsbedürftige Igel brauchen Ruhe und gehören zur Behandlung umgehend in fachkundige Hände! Hierbei zählt jede Stunde“, sagt Paul Hennze.

BITTE versuchen Sie auf keinen Fall, Fund-Igel selbst zu füttern!

Was können Sie tun?

  1. Einen augenscheinlich kranken, hilfsbedürftigen Igel mit nach Hause nehmen.
  2. Einen möglichst großen, sauberen Karton oder Hasenkäfig nehmen und diesen mit
    Zeitungen auslegen.
  3. Darin einen 2. kleineren Karton als Häuschen mit ausgeschnittener Tür einrichten.
  4. Den kleinen Karton etwa zur Hälfte mit zerknüllten Zewa-Tüchern oder Zeitungspapier
    füllen, man kann auch ein sauberes Handtuch hineinlegen und den Igel damit rundum
    etwas stützen, den Igel bitte nicht in Heu, Stroh, Gräser, Torf oder Sägespäne betten.
  5. Den Igel nun in das Häuschen setzen und den Karton in einen ruhigen Raum stellen
    (Wichtig: Zimmertemperatur und Tageslicht, z. B. in ein Bad mit Fenster).
    Den großen Karton oben bitte offen lassen, bitte den Igel bitte nicht in einen dunklen,
    kalten Keller oder in die Garage, etc., stellen.
  6. Ein flaches Schälchen mit Wasser in den großen Karton in Reichweite des Igels stellen,
    den Igel bitte nicht selbst tränken oder füttern (bitte keine Milch geben, davon
    bekommen die Igel Durchfall und trocknen weiter aus) Todesgefahr!
  7. Umgehend um fachkundige Hilfe kümmern.

Die Igelchen sagen DANKE!

„Das beste Rührei ersetzt nicht die Freiheit“: Igelchen „Alexander“ wurde zwei Monate “im Igelnest“ gepflegt und aufgepäppelt. Zum Happy End folgte die gelungene Auswilderung, dort wo er halb verhungert gefunden wurde. Dazu der Fernsehbeitrag aus der SWR Landesschau vom 17. Mai 2021:
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/mannheim/igelrettung-100.html

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