Spinelli vor und nach der BUGA
von Samina Kuhn
Am 07. März bot der NABU Mannheim eine Führung auf Spinelli zum Thema „Die Natur vor und nach der BUGA“ an. 35 Interessierte waren gekommen und erfuhren von Gabi Parthenschlager und Paul Hennze, wie sich das BUGA-Gelände veränderte und welchen Nutzen es nun für die Artenvielfalt in Mannheim hat. Gemeinsam ging die Gruppe in den umzäunten Teil des südwestlichen Bereichs des Spinelli-Parks, um mehr über die Besonderheiten zu erfahren.
Zu Beginn berichtete Paul Hennze über die Entstehung des Schutzgebiets und den Überlegungen vor der BUGA. Der Grünzug vom Käfertaler Wald über Spinelli sollte als Frischluftschneise kühlere Luft in die dicht bebaute Stadt bringen. Naturschützende wollten einen möglichst großen Grünzug und freie Flächen, andere wollten das Gewerbegebiet in der Talstraße erhalten. Kompromisse mussten dabei geschlossen werden. So wurde nun auch der neue Bauhof auf dem Gelände angesiedelt und Wohnungen sollen gebaut werden.
Trotzdem ist das Gelände ein einzigartiger Ort in Mannheim, der Vorteile für viele verschiedene Arten und das Zusammenspiel der Natur bringt. Speziell angelegte Totholzhaufen helfen Käfern und bieten ein zu Hause für Larven. Dieses Futter benötigen wiederum die Vögel, Spitzmäuse und andere Insekten auf dem Gelände.
Gabi Parthenschlager erklärt die Besonderheiten des Bodens. Der offene Sandboden ohne dichten Bewuchs und ohne großartige Erschütterungen von Oben bietet optimale Bedingungen für viele Wildbienen und ist sonst in der Natur nicht mehr allzu oft zu finden. Die Stadt hält den Boden mager. Er wird nicht gedüngt, aber in bestimmten Zyklen gemäht, um ihn offen zu halten. Die Wildbienen bauen ihre Niströhren in den Boden und können sich weitestgehend ohne Störungen fortpflanzen. Durch die Erklärungen von Gabi Parthenschlager wird klar, wieso es so wichtig ist, auf den Wegen zu bleiben und Hunde an der Leine zu führen. Von den ca. 600 Wildbienenarten, die in Deutschland vorkommen, nisten 70% im Boden. Allein auf Spinelli wurden vor der BUGA 130 verschiedene Arten von Biologen dokumentiert. Ganz nebenbei bekommen die Besucher noch Tipps von Gabi Parthenschlager und Paul Hennze für den Bau geeigneter Insektennisthilfen im eigenen Garten oder auf dem Balkon, sowie Ideen mit welchen Strukturelementen man Insekten noch fördern kann.
Durchzogen wird der Sandboden von den alten Gleisbetten des Militärs. Die Steinschüttungen bieten als weiteres Strukturelement eine Heimat für Eidechsen. Wenn man still ohne Bewegung am Wegesrand abwartet, kann man die Amphibien auf den Steinhaufen wunderbar beobachten.
Ein weiterer Bereich des Gebiets ist mit mehr Gebüsch ausgestattet. So bietet Spinelli Rückzugsorte für verschiedene Vögel mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Haubenlerchen und Neuntöter mögen zum Beispiel Gebüsche und Verstecke. Feldlerchen hingegen brauchen offene Flächen ohne Gebäude und Bäume. Daher ist es wichtig die offenen Flächen auf Spinelli auch offen zu halten und neuen Bewuchs zu entfernen. Die Bereiche mit Gebüsch müssen auch unbedingt erhalten bleiben, jedoch sollte die Ausbreitung begrenzt werden. An den Gebäuden wie der U-Halle sind Nisthilfen angebracht, um auch Gebäudebrütern optimale Bedingungen zu bieten. So können Vogelbegeisterte eine große Vielfalt erleben und von Greifvögeln wie Mäusebussarden bis hin zu Singvögeln wie Blaukelchen oder der Mönchsgrasmücke einiges entdecken.
Hinzu kommen mehrere Gewässerteile auf Spinelli, die für die BUGA 2023 angelegt wurden. Ob ein kleines Becken für Amphibien neben einem Gleisbett im umzäunten Bereich, oder der angelegte Gewässerlauf der zum Augewässer führt und Libellen und Molche beheimatet. Auch Fledermäuse können zu bestimmten Zeiten in der Nähe der Gewässer beobachtet werden. Die Artenvielfalt wird so durch verschiedenste Strukturen gefördert.
Noch ist jedoch nicht alles fertig. Bisher wurde nur ein Teil der geplanten Wiederherstellung eines alten Neckarlaufes entlang den Hochgestarde der Feudenheimer Au verwirklicht. Ein weiteres großes Thema bleibt der Anschluss des Neckars an die Au. Wann und wie der Neckarlauf nun gebaut wird, ist weiterhin unklar.
Wen das Thema Neckar interessiert, kann gerne zur Führung zur Neckarrenaturierung von Projektleiter Bernhard Wember zusammen mit Paul Hennze und Gabi Parthenschlager am 21.03.2026 kommen und mehr über das Vorhaben erfahren. Treffpunkt ist die Feudenheimer Schleuse 14 Uhr. Ein weiterer Termin zur Neckarrenaturierung mit Paul Hennze und Gabi Parthenschlager findet am 09.05.2026 um 14 Uhr statt.
Die Vogelwelt auf Spinelli wird am 25.04. nochmals intensiver beleuchtet. Christian Bethge lädt Sie um 9 Uhr zu einem Ornithologischen Spaziergang ein. Treffpunkt ist der Spinelli Park an der Allee (ehemals Campus-Pavillon).
Der NABU Mannheim gibt außerdem gerne Tipps, wie Sie Insekten und Wildbienen in Ihrem Garten oder auf dem Balkon fördern können. Melden Sie sich gerne bei Gabi Parthenschlager und Paul Hennze.
Gabi Parthenschlager
E-Mail: g.parthenschlager@nabu-mannheim.de
Paul Hennze
Tel.: 0621 / 47 29 61
Mobil: 0178 / 658 02 72
E-Mail: paul.hennze@t-online.de


