Temperaturen steigen - den Igeln nach dem Winterschlaf helfen

von Samina Kuhn

Dieser Winter bot längere und frühere Kälteperioden als wir es von Mannheim aus den letzten Jahren kennen. Das war gut für die Igel und ihren Winterschlaf. Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen und steigenden Temperaturen erwachen jetzt schon einige Igel zum Frühlingsbeginn.

Es wird noch Wochen dauern, bis die Igel draußen ein üppigeres Nahrungsangebot vorfinden. Käfer und Larven, auch Spinnen und Tausendfüßler sind noch nicht ausreichend vorhanden. Bei dem Nass-Kühlen-Wetter weichen die Stacheltiere vor allem auf Schnecken und Regenwürmer aus. Diese sind aber leider Überträger von Innenparasiten. Essen die Igel zu viele von ihnen, werden sie krank.

Wir können die Igel durch eine Zufütterung unterstützen

Um Igel jetzt zu unterstützen, können Futterstellen eingerichtet werden. Hochwertiges Katzenfutter kommt der natürlichen Nahrung des Igels am ähnlichsten. Gut geeignet ist Katzennassfutter mit einem Fleischanteil über 60%, ohne Gelee oder Soße, ohne Getreide und Zucker. Fallen die Nachtemperaturen auf unter 6 Grad, bieten Sie nur noch Trockenfutter an, da die Igel sonst Bauchweh bekommen können. Industrielles Igelfutter ist meist nicht geeignet und sollte nicht gefüttert werden. Das Futter wird erst abends frisch rausgestellt.

Um zu verhindern, dass Katzen oder Ratten mitfressen, sollte das Futter in speziellen Igelfutterhäusern angeboten werden. Die Häuser haben Rattenklappen und Tunneleingänge, die verhindern, dass Ratten und Katzen eindringen können. Dabei benötigt das Haus unbedingt zwei Eingänge, damit die Igel sich aus dem Weg gehen können. Die Klappen sollten keine breiten Spalten zum Haus hin haben, um auch kleinere Ratten draußenzuhalten. Die Futterstelle muss täglich gereinigt werden, um Krankheitsübertragungen zu verhindern. Frisches Wasser sollte immer bereitstehen.

Die Fütterung von Wildtieren ist in Mannheim im öffentlichen Raum untersagt. Platzieren Sie Ihre Futterstelle also unbedingt auf Ihrem Privatgrundstück.

Wie erkenne ich einen hilfsbedürftigen Igel nach dem Winterschlaf?

Manche Igel sind vom langen Winterschlaf sehr geschwächt. Einige sind schon krank in den Winterschlaf gegangen, und benötigen jetzt im Frühjahr umso mehr unsere Hilfe.

Wenn Ihnen ein Igel aus den folgenden Gründen auffällt, sichern Sie ihn und nehmen Sie Kontakt mit einer Igelstation oder dem NABU auf:

  • eingefallene Hüften oder eine sichtbare Einbuchtung im Nacken
  • schlitzartige Augen
  • torkelnder Gang
  • apathisches Verhalten, liegt seitlich, rollt sich nicht ein
  • Röchelgeräusche oder Schleimausfluss
  • starker Befall mit Fliegeneiern oder Parasiten
  • Igel, die tagsüber länger aktiv und in Bewegung sind (nicht nur durch Gartenarbeiten aus dem Nest aufgeschreckt)

Der Igel wird in einer ausbruchssicheren Kiste, ausgelegt mit Zeitung untergebracht. Fliegeneier und Maden müssen sofort entfernt werden. Wenn er keine Fliegeneiger oder Maden auf sich hat, kann eine Wärmequelle z.B. Wärmflasche angeboten werden. Wenn der Igel warm ist, wird Wasser angeboten, Futter zu Beginn nur in kleinen, teelöffelgroßen Mengen. Wichtig ist der direkte Kontakt zu einer Igelpflegestelle.

Vorsicht bei Gartenarbeiten

Endlich wird es warm und viele Gärtner und Gärtnerinnen freuen sich nach einer langen Pause wieder im Garten zu werkeln. Aber Vorsicht, einige Igel und andere Wildtiere schlafen noch. Bis in den April oder Mai hinein kann das dauern. Dabei sind sie in dichten Gebüschen oder Hecken versteckt. Hier müssen wir besonders vorsichtig beim Rückschnitt, auch bei kleineren Pflegeschnitten sein. Laub- und Reisighaufen bleiben am besten einfach liegen. Müssen sie umgesetzt werden, sollten sie ganz vorsichtig abgetragen und kontrolliert werden.

Vor allem mit Rasenmähern und Freischneidern ist größte Vorsicht geboten – das ganze Jahr über. Kontrollieren Sie die zu mähende Fläche vor den Arbeiten. Mähroboter sollten nur tagsüber eingesetzt werden – nicht nachts, nicht bei Dämmerung.

 

Der NABU Mannheim berät Sie gerne bei der Einrichtung einer Futterstelle für Igel. Auch geben wir Tipps zur igelfreundlichen Gartengestaltung.

Melden Sie sich bei Samina Kuhn – samina.kuhn@mail.de

 

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