Wiesenmahd Streuobstwiese Feudenheim

von Gabi Parthenschlager

Mit einem ruhigen Sssssst schneidet die frisch gewetzte Sense durch das noch feuchte Gras. Ende
Mai steht es auf der Streuobstwiese in Feudenheim bereits brusthoch und der erste Schnitt im
Frühling steht an. Sorgfältig wetzt Markus Schrade seine Sense, bevor er sich an die zweite Bahn
macht, die er durch das Grün schneidet. Unter seiner fachkundigen Anleitung beteiligen sich andere
fleißige Helfer an der Wiesenmahd. Ein paar andere sind ebenfalls gerüstet mit Sensen, andere mit
Mistgabeln und Rechen. Das Mahdgut wird zunächst zusammen gerecht und anschließend am Rand
der Wiese auf die Benjeshecke verbracht. (Da keine Heuproduktion erfolgt und das Mahdgut in
unmittelbarer Nähe verbleibt, ist das übliche Trocknen und Wenden in diesem Fall nicht
erforderlich.) So wird die Wiesenvegetation erhalten bzw. weiterentwickelt und gleichzeitig
Unterschlupf und Lebensraum für unterschiedliche Kleintiere geschaffen. Besonders artenreich ist
Grünland dann, wenn es relativ nährstoffarm oder genauer gesagt, stickstoffarm ist. Dann kommen
auch verschiedene Spezialisten und nicht nur schnellwachsende, konkurrenzstarke Arten zum Zug.
Und genau das wird erreicht, indem regelmäßig gemäht wird und das Schnittgut nicht auf der Fläche
liegen bleibt und dort nicht verrottet. Der Erfolg dieser Pflege lässt sich an der Streuobstwiese in
Feudenheim gut beobachten, die sich von einer vormals fetten Wiese langsam zu einer Magerwiese
entwickelt; Jahr über Jahr tauchen dort neue Arten auf.

Beim Wiesenschnitt wird umsichtig vorgegangen, ca. ein Drittel der Wiesenfläche wird nicht gemäht,
sodass es Insekten und anderen Tieren als Rückzugsraum dienen kann und dass weiterhin Pollen und
Nektar zur Verfügung stehen. Auf bestimmte Pflanzenarten wird besondere Rücksicht genommen:
Wenn diese selten sind (generell oder lokal auf dem Grundstück) und sich auf der Wiese noch keine
stabile Population entwickelt hat, werden diese mit Holzpflöcken markiert und beim Mähen
verschont, sodass ausreichend Samen reifen können und somit Vermehrung und Ausbreitung
gesichert sind. Nach der Etablierungsphase ist diese Sonderbehandlung in der Regel nicht mehr
erforderlich. (Ggf. ist je nach Gesamtentwicklung zukünftig eine grundsätzliche Anpassung des
Mahdregimes erforderlich.) Die Blütenpracht lock wiederum unterschiedliche Wildbienenarten,
Wespen, Schwebfliegen und verschiedene Käferarten, wie den Pinselkäfer (Bild) an, die sich an Pollen
und Nektar bedienen. Am Rande der Wiese beobachtet ein Turmfalke (Bild) aufmerksam das
Geschehen, ob er nicht jetzt eine Maus oder Eidechse im kurzen Gras erbeuten kann. Und andere
Vögel warten auch schon, um Insekten erbeuten zu können.

Die nächste Mähaktion steht im Oktober an. Wir suchen immer Freiwillige, die sich gerne beteiligen
und auch den Umgang mit der Sense erfahren und erlernen möchten.

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