Wildbienen auf Spinelli
von Gabi Parthenschlager
An einem sonnigen Tag Anfang März konnten sich 13 Besucher/innen auf Spinelli über die Vielfalt unserer heimischen Wildbienen informieren. Gabi Parthenschlager, NABU Mannheim, klärte die Interessierten auf, dass die etwa 500 Wildbienenarten in Deutschland meist ganz klein sind. Dass etwa 70 % der Tiere nicht im Holz und Nisthilfen aus Holz nisten, sondern im Boden oder anderen Materialien, wie z. B. Pflanzenstengeln oder Steilwänden.
Hier kommt der Spinellipark ins Spiel. 10 Jahre vor der BUGA 2023 auf dem ehemaligen Gelände der Spinelli-Kaserne und Luisenpark wurde die Gegend von Käfertal Süd bis zur Feudenheimer Straße (incl. der Feudenheimer Au) von Biologen untersucht und es konnten 121 Arten Wildbienen nachgewiesen werden, darunter auch seltene Arten. Ganz besonders ist die Bodenbeschaffenheit mit magerer (nicht gedüngter) Vegetation und sandigen Boden. Die umzäunte Schutzzone im Spinellipark soll die besonderen Tiere und Pflanzen auf diesen Flächen schützen, damit sie ungestört wachsen/leben können. Aber vom Weg aus zu beobachten ist eine tolle Möglichkeit für Besucher, diese Natur kennenzulernen.
So artenreich die Wildbienen sind, so unterschiedlich ist auch ihre Lebensweise. Manche sind schon jetzt bei der Nahrungsaufnahme oder Vorrat sammeln zu beobachten, während andere erst Wochen oder Monate später auf der Bildfläche erscheinen. Manche sind auf eine Pflanze oder Pflanzengattung angewiesen, während andere bei unterschiedlichsten Blüten Pollen und Nektar sammeln können. Meist leben die Tiere solitär, d. h. sie bilden kein Volk, wie es im allgemeinen von der Hummel bekannt ist. Die Wildbienenweibchen kümmern sich meist alleine um alles: sich selbst versorgen, Nistmöglichkeiten finden, ggf. die Niströhre auskleiden, Eier legen, Nachwuchs versorgen und das viele Male in einer Saison.
Ein ganz spannendes Thema sind auch die Feinde bzw. Parasiten der Tiere. Da gibt es z. B. Wespen oder Kuckuckshummeln, die eine Strategie entwickelt haben, um ihren eigenen Nachwuchs bei den Bienen reinzumogeln. Das ist aber nur ein winziger Einblick in die Welt der Wildbienen. Was sie alle gemeinsam haben ist die Nahrungsgrundlage von heimischer, ungespritzter Vegetation. Und das das ganze Jahr lang.
An diesem Sonntagnachmittag hatten die Besucher die Möglichkeit, Glas-Niströhren zu befüllen. mit wieder verwendbarem Demomaterial. Befüllt wurde zuerst mit Nistmaterial, wie Blütenblätter (Blattschneiderbienen) oder Wolle (Gartenwollbiene), dann mit Futter, sozusagen Pollen oder Nektar, dann wurde ein Ei dazu gegeben, danach die Zelle mit Nistmaterial verschlossen. Dann wurden im gleichen Röhrchen weitere Zellen befüllt. Das hat allen Teilnehmern, Kinder und Erwachsenen viel Spass gemacht. So hatten sie eine Vorstellung davon, wie eine Niströhre, die normalerweise nicht sichtbar ist, im inneren aussehen kann. Und was so eine einzelne Biene leistet.
Bienen brauchen Nistmöglichkeiten, Futter und Wasser. Das kann jeder zu Hause mit heimischen Pflanzen, Sandarium oder dickem Holzstamm (gerne mit kleinen Löchern vorgebohrt) und einer Insektentränke, gefüllt mit Steinen, Ästchen und Moos anbieten. Das Wasser sollte nur jeden Tag gewechselt werden.
Beim NABU Mannheim gibt es in 2025 weitere Termine zu Wildbienen. Schauen Sie gerne in unser Programm.