Arbeitsgemeinschaft Wald Mannheim

von Alexandra Jöst-Handlos

Die AG Wald Mannheim besteht aus Vertretern von BUND, DAV, Greenpeace, NABU und der BI WaldwendeJetzt!

Als Arbeitsgemeinschaft Wald Mannheim möchten wir unsere Ideen, wie man den Mannheimer Stadtwald zu einem klimastabilen Wald umgestalten kann, in die Tat umsetzen.

In einem Testprojekt in Zusammenarbeit mit der Forstbehörde werden wir versuchen, gebietsfremde Problempflanzen (invasive Neophyten), die durch ihre destabilisierende Wirkung den Wald stören, zu reduzieren. Damit soll die gebietstypische, natürliche Naturverjüngung gefördert werden. Das Ziel ist ein klimastabiler Wald, dessen Basis ein standortgerechtes Ökosystem ist. Dazu brauchen wir Eure Unterstützung! Für den ersten Schritt wollen wir uns treffen und die Problempflanzen durch Knicken, Ringeln, Absägen und Ausgraben schwächen. Die verschiedenen Methoden wollen wir in der Praxis testen.
In erster Linie wollen wir die Spätblühende Traubenkirsche, die inzwischen große Areale des Käfertaler Walds zugewuchert hat, sowie weitere invasive Neophyten wie Götterbaum oder Roteiche verdrängen.

Aktuelle Termine werden auf der Webseite, der Facebook und Instagram Seite der NABU Gruppe Mannheim veröffentlicht.

 

Nachbericht des ersten Arbeitseinsatzes am 30.10.2021

Die AG Wald Mannheim hat gemeinsam mit dem städtischen Forstamt Mannheim zu einem Arbeitseinsatz im Käfertaler Wald eingeladen. Ziel der Maßnahme war das Zurückdrängen einer nordamerikanischen Baumart, der Spätblühenden Traubenkirsche, die sich massenweise im Stadtwald ausbreitet und die Waldentwicklung mit heimischen Baumarten unterbindet.

Bei regnerischem Wetter versammelten sich über 20 Menschen, ausgestattet mit Baumsägen, Spaten und Äxten, um sich an die Arbeit zu machen. Nach einer fachlichen Einführung durch Markus Schrade (NABU), Volker Ziesling (Greenpeace) und Gabriele Baier (BUND) ging es an die Arbeit. Ausgewählt wurde der Waldbestand durch Dr. Wilhelm, der sich Unterstützung bei der Sicherung der Waldbestände durch die Bevölkerung verspricht. Christine Müller-Beblavy, Umweltpädagogin am Stadtforstamt, koordinierte die Aktion, freute sich über die tatkräftige Unterstützung und legte selbst Hand mit an.

Dem Aktionsbündnis geht es darum, die nächste Waldgeneration unter den sterbenden Kiefern zu entwickeln und dabei auf Brachialmethoden zu verzichten, um den Waldboden weitgehend zu schonen. Im Unterstand der allseits dominierenden Traubenkirsche strecken Buche, Eiche, Linde und andere heimische Baumarten zaghaft ihre Köpfe hervor. Gegen die dominante Weise der amerikanischen Baumart haben die heimischen Gehölze aber keine Chance, es sei denn wir leisten entsprechende Hilfe. Schon bald schallten die Geräusche der Handsägen, der Spatenhiebe und der umkrachenden Bäume durch den Käfertaler Wald. Knicken, Ringeln oder Sägen war die Devise. Kleinere Bäume wurden mit dem Spaten angestochen und aus dem Waldboden herausgezogen. Bis zu 12 Meter hoch waren die gefällten Traubenkirschen, die mit Axt und Säge zu Boden gebracht wurden. Mittelstarke Stämmchen wurden geringelt, das heißt mit Hilfe eines Handbeiles oder dem Spaten wurde ringsum die Rinde entfernt, damit der Saftstrom unterbrochen wird und die Bäume im nächsten Jahr nicht mehr austreiben.

Der entstandene Wurzelraum wird sehr bald von heimischen Baumarten besiedelt werden. Die Traubenkirsche ist aber zäh und wird auch auf diesen Flächen wieder versuchen sich anzusiedeln. Deshalb sind Folgeaktionen geplant, um eine erneute Ansiedlung zu verhindern. Den Teilnehmer:innen wurde auch bewusst, dass die zu renovierende Waldfläche riesig groß ist. Deshalb gab es am Rande der Aktion, die auch ein Forum und Plattform für den fachlichen Austausch war, die Forderung das Forstamt mit Finanzmitteln auszustatten, damit es diese wichtige Aufgabe auch wahrnehmen kann. Gleichzeitig wurden Folgearbeiten mit Bürgerbeteiligung vereinbart mit der Hoffnung noch viel mehr Menschen zur Arbeit in den Wald zu bringen, die sich folgenden Aktionen anschließen.

Am Ende waren die fleißigen Helfer:innen völlig durchnässt, gezeichnet durch Blasen an den Händen und auch einige blaue Flecken, aber richtig glücklich mit dem Ergebnis ihrer Arbeit. Es ist eine Arbeit an der Zukunft des Stadtwaldes und der Zukunft der folgenden Generationen, die sich ebenso wie wir im Käfertaler Wald erholen möchten, die gefiltertes Wasser aus dem Wald trinken möchten und die sich freuen über die zwitschernden Vögel, die Kühle des Waldes an heißen Sommertagen und das Wohlgefühl, welches der Wald uns allen spendet. Heute und hoffentlich noch in 100 Jahren.

 

Zurück